TANYAS UMFASSENDES HANDBUCH

 

ÜBER CHRONISCHE NIERENERKRANKUNG (CNE)

 

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Stoffwechselübersäuerung - metabolische Azidose


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SYMPTOME


Alphabetische Auflistung von Symptomen und Behandlungsmaßnahmen


Ungleichgewicht im Flüssigkeitshaushalt und den Harnwegen (Austrocknung, Wasseransammlung und Harnwegsprobleme)


Störungen im Stoffwechselhaushalt (Erbrechen, Appetitverlust, Magensäureüberschuss, gastrointestinale Probleme, Mundgeschwüre usw.)


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Verschiedene Symptome (Schmerzen, Verstecken usw.)


 

DIAGNOSE: WAS BEDEUTEN ALL DIE TESTERGEBNISSE?


Klinische Chemie: Nierenfunktion, Kalium, andere Tests (ALT, Amylase, (Cholesterin usw.)


Kalzium, Phosphat, Parathormon (PTH) und Sekundärer Hyperparathyreoidismus


Komplettes Blutbild: Rote und weiße Blutzellen: Anämie und Infektion


Urinanalysen (Urintests)


Andere Tests: Ultraschall, Biopsie, Röntgen usw.


Renomegalie (vergrößerte Nieren)


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BEHANDLUNGS

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Phosphat, Kalzium und Sekundärer Hyperparathyreoidismus (Calcitriol)


Verschiedene Behandlungsmethoden: Stammzellentransplantation, ACE-Hemmer (Fortekor), Steroide, Nierentransplantation


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Allgemeine Gesundheitsprobleme bei CNI-Katzen: Flöhe, Arthritis, Kognitive Dysfunktion (Demenz), Impfungen


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Startseite > Verwandte Krankheiten > Diabetes

 


Überblick


  •  Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine CNE-Katze zusätzlich an Diabetes leidet oder daran erkrankt.

  • Die Ernährungsanforderungen einer diabetischen Katzen scheinen mit denen einer CNI-Katze unvereinbar zu sein. In diesem Fall muss jedoch die Diabetes Vorrang haben.en.

     


Was ist Diabetes?


 

Insulin ist ein Hormon, das dem Körper hilft, die Nahrung zu verstoffwechseln, um daraus Energie zu gewinnen. Bei Diabetes mellitus handelt es sich um eine Krankheit, bei der:

 

  • das Pankreas (Bauchspeicheldrüse) nicht ausreichend Insulin produziert, oder

  • die Körperzellen der Katze das vom Pankreas hergestellte Insulin nicht mehr ausreichend verarbeiten können.

 

Als Folge davon bekommt die Katze einen hohen Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie), der schließlich zu hohen Urinzuckerwerten führt (Glukosurie).

 

Diabetes kann sich als:

 

  • unkompliziert oder

  • als Diabetes mit Ketoazidose (DKA) entwickeln.

 

Katzen mit der ersten Variante zeigen möglicherweise nur leichte Symptome, zumindest im Frühstadium, aber Katzen mit einer Ketoazidose sind für gewöhnlich schwer krank und können sterben, wenn sie nicht sofort behandelt werden.

 

Es gibt noch eine weitere, sehr viel seltenere Diabetesform, genannt Diabetes insipidus, das würde jedoch den Rahmen dieser Website sprengen.

 

Veterinärmedizin behandelt Diabetes mellitus bei Kleintieren.

 

Canininsulin informiert ausführlich auf Deutsch über Diabetes bei Katzen.

 

Katzendiabetes bietet Informationen an

 

Tiermedizin Portal ebenfalls.

 

Cornell University College of Veterinary Medicine bietet einen guten Generalüberblick über Diabetes bei Katzen an.

 

Feline diabetes mellitus: from diagnosis to therapy (2009) ist ein hilfreicher Artikel von Dr. D. L. Zoran. 

 

Feline Diabetes gibt detaillierte Antworten zu häufig gestellten Fragen.

 


Risikofaktoren


 

Einer der Faktoren ist fortschreitendes Alter (genau wie bei CNE-Katzen). Steroid-induced diabetes in cats (2013) Peterson M. E.,Veterinary Endocrinology sagt: “Das durchschnittliche Alter bei der Diagnose einer felinen Diabetes ist zehn Jahre, am häufigsten tritt sie zwischen neun und 13 Jahren auf.”

 

Starkes Übergewicht ist bei Katzen genau wie bei Menschen ein großer prädisponierender Faktor, an einer Diabetes zu erkranken.  

 

Aus irgendeinem Grund ist das Diabetesrisiko männlicher und kastrierter Katzen höher.

 

Environmental risk factors for diabetes mellitus in cats (2017) Öhlund M., Egenvall A., Fall T., Hansson-Hamlin H., Röcklinsberg H., Holst B. S., Journal of Veterinary Internal Medicine 31(1) pp29-35 untersuchten Katzen, die bei einer schwedischen Versicherungsgesellschaft zwischen 2009 und 2013 versichert wurden. Sie stellten fest, dass an Diabetes erkrankte Katzen häufig nur im Haus lebten, zu viel fraßen und übergewichtig waren. Bei den schlanken Katzen stieg das Diabetesrisiko, wenn sie hauptsächlich Trockenfutter bekamen.

 

Burmesen in GB und Australasien (aber nicht in den USA) scheinen stärker gefährdet zu sein, ebenso Norwegische Waldkatzen, hingegen sind Perser und Heilige Birma weniger gefährdet.

 

Bei mit Kortikosteroiden behandelten Katzen besteht ebenfalls ein erhöhtes Diabetesrisiko. Steroid-induced diabetes in cats (2013) Peterson M. E., Insights Into Veterinary Endocrinology bietet dazu einige Informationen an. 

 

Die Erkrankungen CNE, Pankreatitis, Schilddrüsenüberfunktion und auch Infektionen können eine Insulinresistenz bei Katzen hervorrufen oder sie empfänglicher für Diabetes machen laut Feline diabetes mellitus (2012) Huang A., NAVC Clinician's Brief Oct 2012 pp21-24.

 

 hält fest: "Studien an Menschen zeigen, dass eine Parodontitis mit einer Vielzahl gesundheitlicher Probleme wie schlechterer Diabetes mellitus-Kontrolle und zunehmender Schwere diabetischer Komplikationen verbunden ist. Darüber hinaus zeigte sich, dass eine Diabetes ein Risikofaktor für paradontale Erkrankungen ist.“

 

Bei Katzen mit einer Nierentransplantation besteht ein erhöhtes Risiko.  

 

Cats who are on corticosteroids may also develop diabetes. Steroid-induced diabetes in cats (2013) Peterson ME Veterinary Endocrinology has some information about this.

 

The American Veterinary Dental College  hält fest: "Studien an Menschen zeigen, dass eine Parodontitis mit einer Vielzahl gesundheitlicher Probleme wie schlechterer Diabetes mellitus-Kontrolle und zunehmender Schwere diabetischer Komplikationen verbunden ist. Darüber hinaus zeigte sich, dass eine Diabetes ein Risikofaktor für paradontale Erkrankungen ist.“

 


Symptome


 

Die Zuckerzunahme im Urin verursacht eine Polyurie (vermehrtes Urinieren) und Polydipsie (vermehrtes Trinken).

 

Diabetische Katzen neigen auch zu Gewichtsverlust, daher können Diabetessymptome bis zu einem gewissen Grad denen einer CNE ähneln. Es gibt jedoch einen bemerkenswerten Unterschied: Diabetische Katzen verlieren ihren Appetit normalerweise nicht – aber sie verlieren Gewicht, obwohl sie weiter fressen, und das manchmal sogar mehr als zuvor (das ist auch ein mögliches Symptom für eine Hyperthyreose).

 

Eine fortgeschrittene Diabetes kann jedoch zu Appetitlosigkeit, schlechter Fellqualität, Erbrechen und Austrocknung sowie bei einigen Katzen Atemproblemen führen. Auch Blasenentzündungen treten relativ häufig wegen des zuckerhaltigen Urins auf, wodurch es zu Unsauberkeit kommen kann.

 

Möglicherweise sehen Sie auch eine plantigrade Stellung (wie sie Ollie auf dem Foto links zeigt). Dabei läuft die Katze statt auf den Füßen auf ihren Sprunggelenken. Bei diabetischen Katzen ist die Ursache meist eine diabetische Neuropathie, die Nerven in den Beinen werden durch die Krankheit geschädigt. Manchmal tritt es auch bei Katzen mit hohem Phosphatspiegel oder aufgrund anderer neurologischer Probleme auf. Ollie war nie Diabetiker, bei ihm war der Grund ein erniedrigter Kaliumspiegel.

 

 

 

Long Beach Animal Hospital zeigt das Foto einer so auftretenden Katze mit diabetischer Neuropathie (klicken Sie auf „Symptome”). Newman Veterinary zeigt ein gutes „vorher“ und „nachher“ Foto einer diabetischen Katze mit diesem Problem, scrollen Sie etwas nach unten bis zu „Other Common Consequences“, dann klicken Sie Sie auf „Plantigrade Stance“ (in roter Schrift). The Mayo Clinic bietet einige Informationen über periphere Neuropathie an, einschließlich jener, die durch Diabetes verursacht werden.

 

Diabetes-Katzen stellt Informationen auf Deutsch über Diabetische Neuropathie zur Verfügung.

 

Diabetische Neuropathie klärt ebenfalls auf Deutsch auf und zeigt die Nahaufnahme einer Katzenpfote mit plantigradem Gang.

 

Die Symptome einer diabetischen Ketoazidose werden here besprochen.

 

Die Symptome einer Hypoglykämie (erniedrigte Blutzuckerwerte) finden Sie here.

 


Diagnose


 

Der TA wird seine Diagnose auf klinische Symptome, Blut- und Urintests stützen, insbesondere auf anhaltend hohe Blut- (Glukose, Fruktosamin) und Urinzuckerwerte.

 

Glukose (Glu) im Blut


Glukose, auch als Blutzucker bekannt, ist bei diabetischen Katzen erhöht.

 

Die Glukosewerte können ebenfalls bei Katzen mit einer Schilddrüsenüberfunktion oder sekundärem Hyperparathyreoidismus erhöht sein.

 

Dieser Wert kann auch aufgrund von Stress plötzlich ansteigen – es ist nicht ungewöhnlich bei Katzen, die durch den TA unter Stress oder in Angst geraten, dass Glukose erhöht ist. Daher sollte man nicht bei einer einmaligen Erhöhung von Diabetes ausgehen, außerdem ist ein Urintest erforderlich. Overview of feline bloodwork (2008) Jensen A., 2008 Zimmer Feline Foundation schreibt: “Glukose neigt dazu, auch bei gesunden Katzen bei akutem Stress dramatisch anzusteigen. Normale Blutzuckerwerte sollten deutlich unter 150 mg/dl liegen. Bei den meisten Arten würde ein Glukosemesswert von über 200 mg/dl stark auf Diabetes hinweisen. Stress alleine kann jedoch schon bewirken, dass die Glukose bis zu 250 mg/dl ansteigt. Ein Wert über 300 mg/dl ist wahrscheinlich nicht mehr nur auf Stress zurückzuführen.“ 

 

msd-tiergesundheit bietet auf S. 18 Informationen über Blutglukose auf Deutsch an.

 

Cornell University College of Veterinary Medicine bietet einige Information über Blutglukose an.  

 

Glukosurie (Glukose im Urin)


Liegt bei Ihrer Katze ein erhöhter Blutzuckerspiegel vor, wird Ihr Tierarzt den Uringlukosewert testen wollen. Normalerweise haben Katzen keine Glukose im Urin, daher können erhöhte Werte auf Diabetes hinweisen. Overview of feline bloodwork (2008) Jensen A., 2008 Zimmer Feline Foundation schreibt: “Eine Möglichkeit, zwischen einem hohen Glukosewert durch akuten Stress und hohem Blutzucker aufgrund von Diabetes zu unterscheiden, ist die Urinanalyse. Ist trotz hoher Blutglukose keine Glukose im Urin besteht die Möglichkeit, dass die Blutglukose nicht lange hoch genug war, um in den Urin überzufließen, das weist auf eine akute Spitze hin. Sicher ist das jedoch nicht. Ist jedoch Glukose im Urin, dann ist das ein deutlicher Hinweis auf Diabetes.“

 

Auch bei Katzen mit akuter Niereninsuffizienz kann die Glukose im Urin erhöht sein.

 

Bei Katzen mit einer renalen tubulären Erkrankung kann eine Glukosurie vorliegen. Aber in diesen Fällen ist die Glukose erhöht, weil die Nieren nicht in der Lage sind, die Glukose ausreichend aus dem Blut herauszufiltern, das ist jedoch sehr selten. Renal tubular defects in small animals (2016) Brown S. A., Merck Veterinary Manual erklären dazu mehr.

 

msd-tiergesundheit bietet auf S. 19 Informationen über Uringlukose auf Deutsch an.

 

Cornell University College of Veterinary Medicine bietet Informationen über Glukose im Urin an.

 

Fruktosamin


Nachdem hohe Blutzuckerwerte auch durch den Stress beim TA verursacht werden können, ist es eine gute Idee, den Fruktosaminwert zu überprüfen. Es ist wichtig, ob die Erhöhung des Glukosespiegels über einen längeren Zeitraum andauert. Der Fruktosamintest misst die Konzentrationen der Glukosaminmoleküle über einen längeren Zeitraum von ungefähr zwei bis drei Wochen, also den Langzeitzuckerwert.

 

msd-tiergesundheit bietet auf S. 18 Informationen über Fruktosamin auf Deutsch an.

 

Lab Tests Online bietet einen Überblick über den Fruktosamintest an.

 

Vetsulin erklärt Fruktosamin.

 

Caninsulin erklärt mehr zu Fruktosamin.

 

Glykiertes Hämoglobin (HbA1c-Wert)


Glykiertes Hämoglobin ist ein ähnlicher Test wie Fruktosamin, aber er misst die Konzentrationen der Glukosemoleküle über einen längeren Zeitraum von ungefähr zwei bis vier Monaten, daher wird er umgangssprachlich auch als „Langzeit-Blutzucker“ bezeichnet.

 

Die ApothekenUmschau erklärt den Wert auf Deutsch.

 

Vetsulin erklärt Fruktosamin und HbA1c.

 

Nierenwerte


Bei Katzen mit Ketoazidose können erhöhte Harnstoff- und Kreatininwerte vorkommen, das ist in dieser Situation jedoch nicht unbedingt ein Zeichen von CNE, insbesondere, wenn sowohl Phosphat- als auch Kaliumspiegel normal sind. Sobald die Diabetes unter Kontrolle ist, könnten sich die Harnstoff- und Kreatininwerte wieder verbessern.

 

Diabetische Katzen haben häufig auch verdünnten Urin, die daraus resultierende Austrocknung kann auch erhöhte Nierenwerte verursachen.

 

Möglicherweise weist das Blutbild anfangs auch auf einen Leberschaden hin, der sich jedoch bessern sollte, sobald die Diabetes unter Kontrolle ist.

 


Behandlungsmaßnahmen


 

Katzen mit ketoazidotischer Diabetes müssen normalerweise mit intravenösen Infusionen und Insulintherapie stationär behandelt werden, bis sie sich stabilisiert haben, danach werden sie wie Katzen mit unkomplizierter Diabetes behandelt.

 

Eine unkomplizierte Diabetes wird üblicherweise zu Hause mit Insulininjektionen behandelt, auch wenn sie anfangs im Krankenhaus verabreicht werden können.

 

Die Kontrolle einer vorhandenen Infektion, wie beispielsweise einer Harnwegsinfektion, erleichtert die Behandlung der Diabetes.

 

ISFM consensus guidelines on the practical management of diabetes mellitus in cats (2015) Sparkes A. H., Cannon M., Church D., Fleeman L., Harvey A., Hoenig M., Peterson M. E., Reusch C. E., Taylor S., Rosenberg D., Journal of Feline Medicine and Surgery 17 pp235-250 erklären die Diabetesbehandlung von Katzen.

 

New treatments for feline diabetes (2013) Mooney C., Vortrag auf dem World Small Animal Veterinary Association erklärt Diabetesbehandlungen.

 

Das Vet-Magazin bietet Informationen über “Medikamentöse Therapie und Management von Katzen mit Diabetes Mellitus” von Dr. Michael Willmann an. 


Orale Medikamente


 

Manchmal werden diabetische Katzen mit einem oral zu verabreichenden Medikament namens Glipizid anstelle von injizierbarem Insulin behandeln. Allerdings reagieren nur ca. 30 Prozent der diabetischen Katzen auf Glipizid, und die Katzen, die es bekommen, müssen sorgfältig überwacht werden, da das Medikament die Leber schädigen kann. Bei den meisten Katzen ist es jedenfalls einfacher, eine Injektion als eine Tablette zu verabreichen.

 

Das Institut für Veterinärpharmakologie Zürich bietet Informationen zu Glipizid an.

 

Katzendiabetes informiert über orale Antidiabetika.

 


Diät


 

Ist Ihre Katze übergewichtig (bei einer CNE-Katze höchst unwahrscheinlich), wird Ihr TA für gewöhnlich einen Gewichtsreduktionsplan empfehlen, der darauf abzielt, dass Ihre Katze nach und nach das überschüssige Gewicht verliert. Managing the obese diabetic cat (2007) Greco D. S., The 2007 Nestlé Purina Veterinary Symposium on Companion Animal Medicine beschreibt, wie man Übergewicht bei einer diabetischen Katze behandelt. Diabetic diets for dogs and cats: assessing the evidence  (2017) Linder D. E., Today's Veterinary Practice 7(6) pp24-27 schreibt: “Jede Ernährungsänderung, insbesondere eine auf Gewichtsverlust abzielende, sollte erst begonnen werden, wenn die Katze durch eine Insulinbehandlung stabilisiert wurde.”

 

Ist Ihre Katze nicht übergewichtig, kann Ihr Tierarzt Sie bei der Diät beraten. Dr. Linder fährt fort: “Unabhängig davon, ob Übergewicht vorliegt oder nicht, sollte die Priorität einer diabetischen Ernährung bei einer ausreichenden Proteinzufuhr liegen. Der Proteinbedarf kann sich während der Gewichtsabnahme ändern (aufgrund der Kalorienreduzierung und relativen Nährstoffdichte) oder als Folge des katabolen Stoffwechsels, der eine unkontrollierte Diabetes begleiten kann. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich von Katze zu Katze und sollten durch Kontrolle des Muskelzustands überwacht werden, damit der Proteingehalt dem Nahrungsbedarf angepasst werden kann.“

 

Katzen haben natürlicherweise einen niedrigen Kohlenhydratbedarf. Neuere Forschungen zeigen, dass Diäten mit höherem Protein- und Fettgehalt und reduzierten Kohlenhydraten für diabetische Katzen am besten geeignet sind. Keys to management of diabetes in cats Little S., (2011) Vortrag auf dem 36. World Small Animal Veterinary Association World Congress stellt fest: “Aktuelle Empfehlungen bekräftigen den Einsatz einer proteinreichen (> 30% DM), kohlenhydratreduzierten (< 40% DM) Diät zur Behandlung von Katzendiabetes. Mehrere Studien zeigten eine Verbesserung der Blutglukosespiegel (BG) und einen verringerten Bedarf an Insulin bei dieser Ernährungsform. Dosenfutter ist für diabetische Katzen zu bevorzugen, um den Flüssigkeitshaushalt aufrechtzuerhalten, den Kohlenhydratgehalt zu senken und das Sättigungsgefühl zu verbessern.“

 

Für diesen Ansatz sind eine ganze Reihe geeigneter therapeutischer diabetischer Futtersorten erhältlich, wie z.B. Purina Pro Plan DM Dietetic Management Veterinary Diet (beachten Sie, dass die hier angegebenen Werte sich darauf beziehen, was aufgedruckt ist, nicht die Trockensubstanzanalyse). ISFM consensus guidelines on the practical management of diabetes mellitus in cats (2015) Sparkes A. H., Cannon M., Church D., Fleeman L., Harvey A., Hoenig M., Peterson M. E., Reusch C. E., Taylor S., Rosenberg D., Journal of Feline Medicine and Surgery 17 pp235-250 schreiben: “Obwohl der optimale CHo-Gehalt der Nahrung nicht festgelegt wurde, sind Diäten mit eingeschränktem CHo-Gehalt (≤12 % metabolisierbare Energie [ME] oder 3 g/100 kcal) wurden von der Mehrheit des Gremiums vorgeschlagen) in Erwartung weiterer Studien angebracht.“

 

Viele Menschen mit diabetischen Katzen, die mir schreiben, streben offenbar eine striktere Kohlenhydratkontrolle an, die darauf abzielt, dass weniger als zehn Prozent der Kalorienaufnahme aus Kohlenhydraten besteht. Feeding the diabetic cat (2014) Spector D., Vetstreet, erklärt dazu mehr. Viele Kätzchenfuttersorten, die normalerweise reich an Protein und Fett sind, eignen sich für diese Ernährungsweise. Fancy Feast Classic und Friskies Pate Sorten können geeignet sein, aber für zusätzlich an CNE leidende Katzen ist der Phosphatgehalt zu hoch.

 

Die Fütterung ad libitum ist normalerweise für diabetische Katzen ungeeignet. Katzen, die zweimal täglich Insulin erhalten, bekommen dabei üblicherweise die Hälfte ihrer täglichen Futterration. Katzen, die mit Glipizid behandelt werden, bekommen dabei mehrere kleine Mahlzeiten täglich.

 

Über die Eignung von Trockenfutter für diabetische Katzen gibt es einige kontroverse Debatten. Indoor confinement and physical inactivity rather than the proportion of dry food are risk factors in the development of feline type 2 diabetes mellitus (2009) Singerland L. I., Fazilova V. V., Plantinga E. A., Kooistra H. S. & Beynen A. C., Veterinary Journal 179(2) pp247-253 fanden keine Beweise dafür, dass Trockenfuttersorten an sich bei Katzen Diabetes auslösen.

 

Einige diabetische Katzen reagieren jedoch so sensibel auf Kohlenhydrate, dass sie weniger Insulin benötigen oder in einigen Fällen sogar gar keines mehr benötigen, wenn sie auf eine kohlenhydratarme Diät umgestellt werden (das wird als Remission bezeichnet). Comparison of a low carbohydrate-low fiber diet and a moderate carbohydrate-high fiber diet in the management of feline diabetes mellitus (2005) Bennett N., Greco D. S., Peterson M. E., Kirk C., Mathes M., Fettman M. J., Journal of Feline Medicine and Surgery Nov 3 fanden heraus, dass die diabetischen Katzen dieser Studie, die mit einer wenig-Kohlenhydrate-wenig Ballaststoffe-Diät ernährt wurden, signifikant häufiger kein Insulin mehr benötigten als die Katzen, die eine moderate Kohlenhydrat-hohe-Ballaststoffe-Diät bekamen. Dosenfutter enthält in der Regel viel weniger Kohlenhydrate als Trockenfutter, daher können Dosen mit wenig Getreide und Zuckerzusatz in solchen Fällen hilfreich sein, wohingegen Trockenfuttersorten, die dazu neigen, hohe Kohlenhydratanteile zu enthalten, normalerweise vermieden werden.

 

Bekommt eine Katze bereits Insulin, sollte die Ernährungsänderung schrittweise vorgenommen werden und der Blutglukosewert dabei sorgfältig überwacht werden, da manchmal ein dramatischer Blutzuckerabfall als Reaktion auf eine reduzierte Kohlenhydrataufnahme auftritt und damit das mögliche Risiko einer Insulinüberdosierung auftritt (siehe Hypoglykämie).

 

Diet in the prevention of diabetes and obesity in companion animals (2003) Rand J. S., Farrow H. A., Fleeman L. M. & Appleton D. J., Proceedings of the Nutrition Society of Australia erklären, wie Ernährungsänderungen die Diabeteskontrolle unterstützen können.

 

Katzendiabetes informiert über die Ernährung diabetischer Katzen auf Deutsch und stellt auch in Deutschland erhältliche Futtersorten vor.

 

Diäten für Katzen mit Diabetes und CNE


Werden Sie sowohl mit Diabetes als auch CNE konfrontiert, ist es wichtig, dass zuerst die Diabetes richtig eingestellt wird. Ist dieses Ziel erreicht, kann sich tatsächlich auch der Zustand der CNE verbessern.

 

Bei Diabetes liegt der Fokus auf der Kohlenhydratkontrolle (siehe oben). Das ist für CNE-Katzen kein Problem. Aber Menschen, die es sowohl mit Diabetes als auch CNE bei ihren Katzen zu tun haben, sind manchmal besorgt, weil es so aussieht, als seien die Proteinanforderungen der beiden Krankheiten unvereinbar. In Wahrheit ist eine reduzierte Proteinaufnahme bei der CNE-Behandlung in den frühen Stadien nicht erforderlich, siehe Ernährungsanforderungen, dort finden Sie mehr Informationen.

 

Selbst wenn die CNE Ihrer Katze bereits weiter fortgeschritten ist, steht in Keys to management of diabetes in cats (2011) Little S., Vortrag auf dem 36. World Small Animal Veterinary Association World Congress: “Aktuelle Empfehlungen bekräftigen den Einsatz einer proteinreichen (> 30% DM), kohlenhydratreduzierten (< 40% DM) Diät zur Behandlung von Katzendiabetes.“ Häufig wird für CNE-Katzen ein Proteinanteil von 28 bis 35 Prozent DMA empfohlen. Daher würde ich - das Einverständnis Ihres Tierarztes vorausgesetzt - einen Proteinanteil von ungefähr 35 Prozent DMA bei einer Katze mit beiden Erkrankungen anstreben.

 

Die Anforderung einer moderaten Phosphataufnahme für CNE-Katzen bleibt jedoch auch für Katzen, die sowohl an CNE als auch Diabetes leiden, gültig. Falls nötig, müssen Phosphatbinder eingesetzt werden. Phosphorus levels are usually given in % DMA values for CKD cats (e.g. 0.5% phosphorus on a DMA basis), whereas phosphorus levels are sometimes given in mg per 100 calories for diabetic cats (e.g. 250mg/100 cals). Understandably, many people find it confusing trying to decide if a food is suitable for a cat with both CKD and diabetes. The simplest thing is to aim to feed a food with less than 10% carbs (ME) and as low a protein and phosphorus level as your cat will eat. If necessary, add phosphorus binders.

 

April, ein Mitglied von Tanya's CKD Support Group, erstellte freundlicherweise eine kurze Liste mit amerikanischen Katzenfuttersorten, die weniger als zehn Prozent Kohlenhydrate (ME) enthalten und deren Phosphatwert unter einem Prozent (DMA) liegt. Hier finden Sie diese Liste. Ich habe sie nicht überprüft.

 

Methylcobalamin


Vitamin B12 in Form von Methylcobalamin kann für diabetische Katzen sehr nützlich sein, insbesondere für die mit einer diabetischen Neuropathie. Im Kapitel Vitamin B finden Sie dazu weitere Informationen. 

 

Feline diabetes - five principles breed success (2012) Norsworthy G., Veterinary Practice News erwähnt den Einsatz von Methylcobalamin zu diesem Zweck.

 

Jasper's Page bietet mehr Informationen über diese Behandlung an.

 

Vitamin B12 bietet Informationen über Methylcobalamin auf Deutsch an.

 


Insulin


 

Insulin ist ein Hormon, das per Injektion verabreicht werden kann, wenn der Körper nicht mehr ausreichend davon produziert. Die meisten diabetischen Katzen benötigen Insulin zur Regulierung ihrer Diabetes, aber manche Katzen gehen auch in Remission, während der sie kein Insulin benötigen.

 

Feline Diabetes bietet Informationen über Insulin an.

 

Katze mit Diabetes bietet Informationen über Insulin auf Deutsch an.

 

Das Cornell University College of Veterinary Medicine zeigt eine Video-Serie die alle Behandlungsaspekte diabetischer Katzen umfasst, u.a., wie Sie ihrer Katze Insulin geben, die Katze überwachen, und wie Sie eine Hypoglykämie erkennen und behandeln können.

Insulin: Auswahl


Es gibt eine Reihe verschiedener Insulinarten. SFM consensus guidelines on the practical management of diabetes mellitus in cats (2015) Sparkes A. H., Cannon M., Church D., Fleeman L., Harvey A., Hoenig M., Peterson M. E., Reusch C. E., Taylor S., Rosenberg D., Journal of Feline Medicine and Surgery 17 pp235-250 zeigt einen Überblick über die verschiedenen verfügbaren Insulinarten und stellt fest: “Das Gremium empfiehlt für eine optimale diabetische Kontrolle wenn möglich länger wirkende Insulinpräparate (z. B. Glargin, Detemir oder PZi) zweimal täglich zu injizieren.

 

Handelsnamen sind:

 

  • ProZinc (Protamin-Zink-Insulin oder PZi): von der FDA für Katzen zugelassen

  • Lantus (Glargin)

  • Levemir (Determir)

 

Caninsulin ist das einzige für Katzen zugelassene Insulin in GB und Deutschland, daher muss es zuerst eingesetzt werden. Der Grund ist, dass die Gesetze in der EU vorschreiben, dass die für eine Spezies zugelassenen Medikamente die erste Wahl sein müssen. Alternativen dürfen erst in Betracht gezogen werden, wenn die Medikamente der ersten Wahl nicht wirken oder zu viele Nebenwirkungen verursachen. Diese Praxis ist unter dem Namen „Kaskade“ bekannt.  The British Small Animal Veterinary Association erklärt dazu mehr, und wie es funktioniert. Katzendiabetes erklärt diese Vorgehensweise auf Deutsch.

 

Bovines (Rinder) Insulin ist genetisch dem felinen Insulin am ähnlichsten, aber in den USA nur in speziellen (Anmischungs-)Apotheken erhältlich und in Deutschland wegen BSE nicht mehr zu bekommen. In 2010 AAHA diabetes management guidelines for dogs and cats (2010) Rucinsky R., Cook A., Haley S., Nelson R., Zoran D. L. & Poundstone M., Journal of the American Animal Hospital Association 46 pp215-224 steht jedoch: “Obwohl bovines PZI in speziellen (Anmischungs-)Apotheken erhältlich ist, wird seine Verwendung aufgrund von Bedenken bezüglich der Herstellungsmethoden, Verdünnungsmittel, Sterilität und Konsistenz der Insulinkonzentrationen innerhalb der Chargen nicht empfohlen.“ 

 

Keys to management of diabetes in cats (2011) Little S., Vortrag auf dem 36. World Small Animal Veterinary Association World Congress vergleicht die verschiedenen erhältlichen Insulinmarken und berät, wie man die Insulindosierung anpasst.

 

Katzendiabetes informiert ausführlich über Insulinarten für Katzen.

 

Institut für Veterinärpharmakologie Zürich bietet Informationen zu ProZinc an.

 

Informationen zu Lantus für den englischsprachigen Raum finden Sie hier, für den deutschsprachigen Raum hier.

 

Insulin: Wie man es verabreicht


Es gibt eine Reihe verschiedener Vorgehensweisen bei der Diabetesbehandlung. The Roomp and Rand protocol (2008) bevorzugt ein enges Reglement. Ihr Tierarzt wird vermutlich die für sie/ihn vertrauteste Behandlungsweise einsetzen.

 

Viele Tierärzte ziehen es vor, mit einer Insulineinheit zu beginnen, die dann für gewöhnlich alle zwölf Stunden verabreicht wird, manchmal auch nur einmal täglich.

 

ISFM consensus guidelines on the practical management of diabetes mellitus in cats (2015) Sparkes A. H., Cannon M., Church D., Fleeman L., Harvey A., Hoenig M., Peterson M. E., Reusch C. E., Taylor S., Rosenberg D., Journal of Feline Medicine and Surgery 17 pp235-250 empfehlen:

  • "Anfangsdosis: 0,25 – 0,5 U/kg alle 12 h

  • Die Dosis wird bis zur nächsten Einheit nach unten abgerundet und liegt generell zwischen ≤ 2 U/Katze alle 12 h

  • Die höhere Dosierung von 0,5 U/kg kann angebracht sein, wenn die BG >20 mmol/l (360 mg/dl) liegt. 

  • Übergewichtige und untergewichtige Katzen sollten nach ihrem geschätzten Idealgewicht und nicht nach ihrem aktuellen Gewicht dosiert werden.“

 

Die Reaktion von Katzen variiert, daher muss die Menge und Häufigkeit mittels Blutzuckerkontrolle (Homemonitoring) überwacht werden. Anfangs ist das möglicherweise alle paar Stunden nötig, aber die Kontrollhäufigkeit kann nach und nach auf ein- bis zweimal täglich zurückgefahren werden (siehe Überwachung). Wird die Diabetes richtig eingestellt, sollten die vorher aufgetretenen Symptome verschwinden.

 

Keys to management of diabetes in cats (2011) Little S., Vortrag auf dem 36. World Small Animal Veterinary Association World Congress vergleicht die verschiedenen erhältlichen Insulinmarken und berät, wie man die Insulindosierung anpasst.

 

Insulin: Ziele


Im Allgemeinen gilt eine Katze als richtig eingestellt, wenn ihr Blutzucker (Blutglukose BG) konstant im Bereich zwischen 5 bis 14 mmol/l (US: 100 bis 250 mg/dl) liegt.

 

ISFM consensus guidelines on the practical management of diabetes mellitus in cats (2015) Sparkes A. H., Cannon M., Church D., Fleeman L., Harvey A., Hoenig M., Peterson M. E., Reusch C. E., Taylor S., Rosenberg D., Journal of Feline Medicine and Surgery 17 pp235-250 beschreiben das Behandlungsziel:

  • "Die BG möglichst über einen 24-Stunden-Zeitraum auf <14 mmol/l (252 mg/dl) kontrollieren; und

  • auf jeden Fall eine klinisch signifikante Hypoglykämie vermeiden.“

Sie betonen auch, falls eine engere Überwachung möglich ist, um dadurch den Blutzucker ≤11 mmol/l oder 198 mg/dl gleichbleibend aufrechterhalten zu können, reduziert das die mit einer Diabetes verbundenen Risiken und erhöht die Remissionschancen.

 

Überwachung: Blutzuckertesten


Es ist wichtig, dass Sie den Blutzuckerspiegel Ihrer Katze täglich überwachen, damit die Insulindosis falls erforderlich angepasst werden kann.

 

Heutzutage überwachen viele Menschen den Zuckerspiegel ihrer Katze mit einem Glukometer zu Hause (in Apotheken für menschliche Diabetiker erhältlich), denn die Heimüberwachung ist sehr viel preiswerter und weniger stressig für die Katze. Für viele britische Tierärzte ist das ungewohnt, aber es wird in ISFM consensus guidelines on the practical management of diabetes mellitus in cats ((2015) Sparkes A. H., Cannon M., Church D., Fleeman L., Harvey A., Hoenig M., Peterson M. E., Reusch C. E., Taylor S., Rosenberg D., Journal of Feline Medicine and Surgery 17 pp235-250 empfohlen (viele der Autoren sind britische Spezialisten).

 

Heimüberwachung/Homemonitoring scheint sowohl sicher als auch effektiv zu sein. Intensive blood glucose control is safe and effective in diabetic cats using home monitoring and treatment with glargine (2009) Roomp K. & Rand J., Journal of Feline Medicine & Surgery 11(8) pp668-82 schreiben: “Bei enger Blutzuckerkontrolle trat nur eine leichte klinische hypoglykämische Episode auf. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine intensive Blutzuckerkontrolle bei diabetischen Katzen sicher und wirksam ist, wenn sie zu Hause überwacht und mit Glargin behandelt werden.“

 

Das Blut wird normalerweise mit einer sterilen Lanzette aus dem Ohr entnommen (stellen Sie sicher, dass das Ohr warm ist). Es ist nur eine winzige Menge erforderlich. Manche Menschen entnehmen stattdessen Blut aus einem Pfotenballen.  

 

Normalerweise testen Sie vor der Insulin-Verabreichung, damit Sie die Dosis entsprechend anpassen können. Tun Sie das nicht, und der Insulinspiegel Ihrer Katze ist vor der Insulingabe bereits sehr niedrig, besteht für Ihre Katze das Risiko, dass er nach der Insulininjektion zu weit absinkt (Hypoglykämie).

 

Katzendiabetes bietet Informationen über Homemonitoring auf Deutsch an.

 

Hometesting Katzendiabetes ist ein anschauliches Video auf Deutsch von Carola Hensel, in dem sie zeigt, wie sie ihre beiden Katzen testet und anschließend Insulin spritzt.

 

Veterinary Partner zeigt eine schrittweise Anleitung für Blutzuckertests zu Hause per Diashow.

 

Remission


Remission heißt, die Katze benötigt keine Insulinspritzen mehr. Das passiert normalerweise, wenn das Pankreas wieder mit der eigenen Insulinproduktion beginnt.

 

Katzen, die aufgrund einer Behandlung mit Kortikosteroiden eine Diabetes entwickeln, können in Remission gehen, sobald die Steroide abgesetzt werden (die Steroide müssen jedoch immer ausgeschlichen werden).

 

Eine Remission tritt bei Katzen mit einer kontrollierten Diabetes relativ häufig auf, selbst wenn sie keine Steroide bekamen. Predictors of clinical remission in cats with diabetes mellitus (2010) Zini E., Hafner M., Franchini M., Ackermann M., Lutz T. A. & Reusch C. E., Journal of Veterinary Internal Medicine 24(6) pp 1313-21 fanden heraus, dass 50 Prozent der Katzen dieser Studie in Remission gingen, und es bei älteren Katzen häufiger auftrat.

 

Enge Blutzuckerkontrollen erhöhen die Remissionschancen. Intensive blood glucose control is safe and effective in diabetic cats using home monitoring and treatment with glargine (2009) Roomp K. & Rand J., Journal of Feline Medicine & Surgery 11(8) pp668-82 schreiben: “In der Gruppe wurde eine Gesamtremissionsrate von 64 Prozent erreicht. Signifikant höhere Remissionsraten wurden beobachtet, wenn eine gute glykämische Kontrolle kurz nach der Diagnose erreicht wurde: 84 Prozent der Katzen, die mit einer Behandlung und Überwachung innerhalb von sechs Monaten nach der Diagnose begannen, gingen in Remission, aber nur 35 Prozent der Katzen, bei denen mehr als sechs Monate nach Diagnosestellung mit der Behandlung angefangen wurde.“

 

Allerdings können ungefähr 25 bis 30 Prozent der in Remission befindlichen Katzen einen Rückfall erleiden, das bedeutet, sie benötigen wieder Insulin. Glycemic status and predictors of relapse for diabetic cats in remission (2015) Gottlieb S., Rand J. S., Marshall R. & Morton J., Journal of Veterinary Internal Medicine 29(1) pp184-92 fanden heraus, dass ein Rückfall häufiger bei Katzen mit schlechter Blutzuckerkontrolle, bei Katzen, die Kortikosteroide bekamen oder Katzen mit einer Pankreatitis, Hyperthyreose oder CNE auftrat. Die Studie empfiehlt kohlenhydratarme Diäten und das Vermeiden von Kortikosteroiden bei Katzen.

 


Mögliche Probleme


 

Obwohl es sich bei Diabetes um eine beängstigende Diagnose handelt, bauen die meisten Menschen offenbar eine Routine auf, die es ihnen ermöglicht, sehr gut damit zurechtzukommen. Gelegentlich können Probleme auftreten, daher sollte man sie für den Fall, dass sie auftreten, kennen:

Diabetische Ketoazidose


Die diabetische Ketoazidose ist eine sehr ernste Erkrankung, die normalerweise bei schlecht eingestellten diabetischen Katzen auftritt. Können die Körperzellen der Katze die vom Körper produzierte Glukose nicht nutzen, bauen sie stattdessen zur Energiegewinnung Körperfett und -protein ab. Bei einem zu starken Körperfett und -proteinabbau werden Ketone freigesetzt und können zu potentiell lebensgefährlichen Elektrolytstörungen führen.

 

Symptome von Ketzoazidose sind:

 

  • ein unverwechselbar süßlicher Atemgeruch

  • Erbrechen

  • beschleunigte oder erschwerte Atmung

  • Austrocknung

  • Niedriger Blutdruck

 

Andere mögliche Ursachen für einige dieser Symptome finden Sie hier.

 

Eine Ketoazidose ist ein medizinischer Notfall, und Sie müssen schnellstmöglich tierärztliche Hilfe aufsuchen.

 

Die Uringlukoseuntersuchung nutzt normalerweise nur bei der Erstdiagnose – bei gesunden Katzen ist keine Glukose im Urin – da die Messmethode für eine korrekte Insulindosierung zu ungenau ist. Urinteststäbchen zur Messung von Ketonen können jedoch helfen, eine Ketoazidose zu vermeiden. Sie werden zu Hause einfach in den Urin getaucht, wie z.B. Ketostix, die Sie in Apotheken rezeptfrei kaufen können. Selbst wenn Sie den Blutzucker zu Hause messen, sollten Sie überprüfen, ob Ketone vorhanden sind, wenn Ihre Katze Ihnen merkwürdig vorkommt. Schon eine Spur von Ketonen ist Anlass zur Besorgnis und erfordert einen sofortigen Tierarztbesuch.

 

Katzendiabetes klärt auf Deutsch ausführlich über Ketonkörper auf.

 

Pet MD bietet einen Überblick über Ketzoazidose an.

 

Feline diabetic ketoacidosis (2008) Benigni C., Zimmer Feline Foundation bespricht Ketzoazidose bei Katzen.

 

Diabetic ketoacidosis in the cat: recognition and essential treatment (2017) Rudloff E., Journal of Feline Medicine and Surgery 19(11) pp1167-1174 bespricht Ketoazidose.

 

Der Somogyi-Effekt


Manchmal wird bei Katzen mit einer zu hohen Insulindosis angefangen, das führt zu einem plötzlichen Abfall des Blutzuckerspiegels. Der Körper reagiert darauf mit der Freisetzung von Glukagonen, die den Blutzuckerspiegel wieder erhöhen. Passiert das bei tierärztlichen Stichproben, entsteht der Anschein, als bräuchte die Katze mehr Insulin, obwohl das Gegenteil der Fall ist, dieser Effekt heißt „Rebound-Hyperglykämie“ oder der Somogyi-Effekt.

 

Die Glukoseüberwachung zu Hause gibt genauere Ergebnisse und hilft Ihnen, solche Probleme zu vermeiden. Rebound hyperglycemia in diabetic cats (2016) Room K. & Rand J., Journal of Feline Medicine & Surgery 18(8) pp587-596 fanden heraus, dass der Somogyi-Effekt bei Katzen selten ist und schließen daraus: „Trotz des häufigen Auftretens biochemischer Hypoglykämien ist eine Rebound-Hyperglykämie bei den mit Glargin behandelten Katzen bei strikter glykämischer Kontrolle selten. Bei mit Glargin behandelten Katzen sollte die Insulindosis bei einer Hyperglykämie nicht reduziert werden, wenn keine biochemischen oder klinischen Anzeichen für eine Hypoglykämie vorliegen.“

 

Katzendiabetes klärt auf Deutsch über den Somogyi-Effekt auf.

 

Bei Feline Diabetes finden Sie mehr Informationen dazu.

 

Hypoglykämie (Unterzuckerung)


 

Generell gilt, zu viel Insulin ist für eine diabetische Katze erheblich gefährlicher als zu wenig, denn das kann zu einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel führen (Hypoglykämie). Die Symptome sind:

 

  • Schwäche

  • mangelnde Bewegungskontrolle

  • Anfälle

  • Koma

 

Andere mögliche Ursachen für einige dieser Symptome finden Sie hier.

 

Die Katze muss sofort fressen, wenn sie dazu noch in der Lage ist, oder Sie müssen ihr eine flüssige Zuckerlösung (Jubingel) oder pulverisierten Traubenzucker auf den Gaumen reiben (in GB können Sie auch rezeptfrei Hypo-Stop für Menschen kaufen), außerdem müssen Sie dringend Ihren Tierarzt aufsuchen.

 

Nach einem Hypoglykämie-Vorfall müssen Sie die weitere Behandlung mit Ihrem Tierarzt besprechen.

 

Katzendiabetes klärt auf Deutsch über Hypoglykämie auf.

 

Vetsulin erklärt mehr zu Hypoglykämia.

 


Diabetes und CNE


Oben finden Sie Informationen über die Ernährung von Katzen, die sowohl an Diabetes als auch an CNE leiden.

 

Eine dehydrierte Katze spricht eventuell weniger gut auf Insulin an. Viele Menschen stellten fest, sobald sie mit subkutanen Infusionen anfingen, schien das Insulin sehr viel besser zu wirken, manchmal verlängerte sich im Vergleich zu vorher auch die Wirkungsdauer.

 

Einzelberichte lassen vermuten, dass diabetische CNE-Katzen Benazepril (Fortekor) weniger gut vertragen als Katzen, die nur an CNE leiden.

 


Unterstützung


 

Feline Diabetes Message Board (FDMB) ist ein sehr aktives Forum.

 

Feline Diabetes Group ist eine Gruppe für Menschen, die sich mit der Diabetes ihrer Katze auseinandersetzen. Ich weiß jedoch nicht, wie aktiv diese Gruppe ist.

 

 

 

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Diese Seite zuletzt überarbeitet: 03. August 2018

Links auf dieser Seite zuletzt überprüft: 03. August 2018

   

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