TANYAS UMFASSENDES HANDBUCH

 

ÜBER CHRONISCHE NIERENERKRANKUNG (CNE)

 

BEI KATZEN

 

 

 

WIE SIE FÜR SUBKUTANE INFUSIONEN

DIE UNTERSTÜTZUNG IHRES TIERARZTES BEKOMMEN KÖNNEN

 

„Jede Wahrheit durchläuft drei Stufen. Erst wird sie lächerlich gemacht, dann wird sie vehement bekämpft. Und schließlich als selbstverständlich angenommen.“

Arthur Schopenhauer

 

AUF DIESER SEITE:


Einführung


Häufig geäußerte Einwände


Wie Sie Ihren TA von einer Zusammenarbeit überzeugen können


Was Sie besprechen sollten


Links zu tierärztlichen Seiten, die subkutane Infusionen empfehlen


Falls alles andere fehlschlägt


Wann subkutane Infusionen nicht angebracht sind


Meine Erfahrungen


Wenn Ihr TA zustimmt


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SCHLÜSSELTHEMEN


Erbrechen, Übelkeit, Appetitverlust und Magensäureüberschuss


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Die Wichtigkeit der Phosphatkontrolle


Alles über Bluthochdruck


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Kaliumungleichgewicht


Stoffwechselübersäuerung - metabolische Azidose


Nierensteine


 

UNTERSTÜTZUNG


Der Umgang mit CNI


Tanya's Support Group


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SYMPTOME


Alphabetische Auflistung von Symptomen und Behandlungsmaßnahmen


Ungleichgewicht im Flüssigkeitshaushalt und den Harnwegen (Austrocknung, Wasseransammlung und Harnwegsprobleme)


Störungen im Stoffwechselhaushalt (Erbrechen, Appetitverlust, Magensäureüberschuss, gastrointestinale Probleme, Mundgeschwüre usw.)


Phosphat und Kalziumungleichgewicht


Verschiedene Symptome (Schmerzen, Verstecken usw.)


 

DIAGNOSE: WAS BEDEUTEN ALL DIE TESTERGEBNISSE?


Klinische Chemie: Nierenfunktion, Kalium, andere Tests (ALT, Amylase, (Cholesterin usw.)


Kalzium, Phosphat, Parathormon (PTH) und Sekundärer Hyperparathyreoidismus


Komplettes Blutbild: Rote und weiße Blutzellen: Anämie und Infektion


Urinanalysen (Urintests)


Andere Tests: Ultraschall, Biopsie, Röntgen usw.


Renomegalie (vergrößerte Nieren)


Welche Untersuchungen, und

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Faktoren, die die Testergebnisse beeinflussen


Normale Referenzwerte


Internationale und amerikanische Messsysteme


 

BEHANDLUNGS

MAßNAHMEN


Welche Behandlungsmaßnahmen sind unverzichtbar


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Regulierung der Stoffwechselabfälle (Mundgeschwüre, gastrointestinale Blutungen, Antioxidantien, Adsorbentien, Azodyl, Astro's CRF Oil)


Phosphat, Kalzium und Sekundärer Hyperparathyreoidismus (Calcitriol)


Verschiedene Behandlungsmethoden: Stammzellentransplantation, ACE-Hemmer (Fortekor), Steroide, Nierentransplantation


Antibiotika und Schmerzmittel


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Tipps, wie Sie Ihre Katze medikamentieren können


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Überblick


  • Subkutane Infusionen sind nicht immer nötig oder angebracht (siehe unten). Aber ab einem bestimmten Zeitpunkt brauchen sie die meisten CNE-Katzen. Im Kapitel Subkutane Infusionen finden Sie Entscheidungskriterien, ab wann sie benötigt werden.

  • In den USA oder Kanada sind subkutane Infusionen eine weit verbreitete Behandlungsmethode, daher werden Sie dieses Kapitel wahrscheinlich nicht benötigen. In den deutschsprachigen Ländern bieten viele TÄ diese Methode häufig selbst an oder sind ohne große Diskussionen auf Ihre Bitte hin dazu bereit.

  • Viele der Informationen hier richten sich an Menschen in GB, denn von dort kommen die meisten Klagen zu diesem Thema. Aber ich hoffe, diese Informationen helfen Ihnen überall, wo auch immer Sie leben.


Einführung


 

Aus vielerlei Gründen ist die Infusionstherapie in Form subkutaner Infusionen der Grund für die Entstehung dieser Website. Ich bin absolut sicher, Thomas wäre ohne subkutane Infusionen gestorben. Umso trauriger ist, dass sie in den meisten Teilen der Welt - abgesehen von Kanada, USA und den deutschsprachigen Ländern  - immer noch eine ziemlich seltene Behandlungsmethode ist. Mit dem Zitat oben unterstreiche ich deutlich meine Hoffnung, dass subkutane Infusionen nach und nach zur Standardbehandlung von CNE in der ganzen Welt werden.

 

Mir wurde gesagt, in Dänemark sei es sogar illegal, wenn ein Laie eine Katze subkutan infundiert. Ich weiß nicht, ob es stimmt, aber ich hörte das aus mehreren Quellen, daher könnte es stimmen. Möglicherweise trifft das auch auf Schweden zu (hier erhielt ich widersprüchliche Berichte). Besonders schwer scheinen es Niederländer zu haben, einen TA zu finden, der dazu bereit ist. In den meisten anderen europäischen Ländern ist es ähnlich wie in GB, subkutane Infusionen werden nicht routinemäßig angeboten. Oder Ihr TA sträubt sich sogar bei Nachfrage, Ihnen die Erlaubnis dafür zu geben. Haben Sie das Glück, in Deutschland zu leben, ist es weniger schwierig, subkutane Infusionen zu verabreichen. In den deutschsprachigen Ländern bieten TÄ diese Methode häufig selbst an oder sind ohne große Diskussionen dazu bereit, außerdem ist das Zubehör rezeptfrei in Apotheken oder online zu kaufen.

 

Offenbar können Sie Infusionsbeutel und Nadeln rezeptfrei in Australien kaufen, aber ich würde sie nie ohne Wissen und Zustimmung des TA geben.

 


Häufig geäußerte Einwände


 

In 11 guidelines for conservatively treating chronic kidney disease (2007) Polzin D., Veterinary Medicine December 2007, stellt Dr. Polzin fest "Die klinischen Folgen einer chronischen Austrocknung sind verminderter Appetit, Lethargie, Schwäche, Verstopfung, prärenale Azotämie und eine Prädisposition für einen akuten Nierenschaden. Der zusätzliche Verlust von Nierenfunktionen aufgrund eines akuten Nierenschadens ist eine wichtige potentielle Ursache für das weitere Voranschreiten einer chronischen Nierenerkrankung." Mit anderen Worten: Eine unbehandelte Austrocknung führt im besten Falle dazu, dass sich ihre Katze lausig fühlt, im schlimmsten Fall beschleunigt sie den Verlauf den CNE.

 

Das Cornell University College of Veterinary Medicine aus USA zeigt ein Video über die Verabreichung subkutaner Infusionen und betont: „Das könnte DIE wichtigste Sache sein, die Sie zu Hause tun können, um Ihrer Katze zu helfen."

 

Starke Worte. Und trotzdem wird Ihr TA in GB wahrscheinlich erst einmal dagegen sein, dass Sie zu Hause infundieren.

 

Selbstverständlich kennen britische TÄ subkutane Infusionen und setzen sie, wenn nötig, selbst ein. Aber sie bieten sie ihren Kunden nicht routinemäßig als Behandlungsmethode zu Hause an. Nachdem ich sowohl in GB als auch in USA gelebt habe, wo Infusionen eine routinemäßige Behandlungsmethode sind, vermute ich, die Gründe könnten teilweise kulturell bedingt sein. Der britische Ansatz stellt die Bedürfnisse der Katze stärker in den Vordergrund als die des Halters. Das kann für Katzen sogar gut sein: Ein britischer TA würde z.B. nie einer Katze die Krallen amputieren, denn das nutzt der Katze nicht, und ist daher illegal. Das gleiche trifft auf die deutschsprachigen Länder zu, wo Krallenamputationen verboten sind. Manchmal schlägt sich das auf die Herangehensweise der TÄ bezüglich Infusionen durch: Sie glauben, subkutane Infusionen gehen einen Schritt zu weit, seien schmerzhaft und unfair für eine Katze. Das ist ihr Grund für eine Verweigerung.

 

Betrachten wir die verschiedenen Einwände, die mir im Laufe der Jahre begegneten, und die Gegenargumente, die Sie anbringen können, wenn sie notwendig sind.

 

"Wasser ist besser"


Eine orale Flüssigkeitsaufnahme ist auf jeden Fall besser. Wenn Ihre Katze noch genug trinkt, um ausreichend hydriert zu bleiben, sind subkutane Infusionen auch nicht angebracht. Sie können dem Futter zusätzlich Wasser hinzufügen oder kleine Mengen Wasser ins Maul Ihrer Katze spritzen (nur von der Seite bitte). Leider ist es unwahrscheinlich, dass Ihre Katze auf lange Sicht gesehen ausreichend Wasser trinken kann.

 

„Subkutane Infusionen sind unnötig“


Sie sind unnötig, so lange Ihre Katze noch ausreichend trinken kann, um ihren Flüssigkeitshaushalt aufrecht zu halten. Leider können Katzen, deren Kreatininspiegel konstant über 300 bis 350 µmol/L (US: 3,5 bis 4 mg/dl) liegt, das entspricht dem oberen Ende des Stadiums 3 des IRIS Einstufungs-Systems, normalerweise nicht mehr ausreichend trinken. Letztendlich benötigen die meisten CNE-Katzen subkutane Infusionen.

„Trocknet Ihre Katze aus, setzen wir intravenöse Infusionen ein“


Unbestritten sind intravenöse Infusionen eine großartige Art, um eine CNE-Katze zu rehydrieren. Manchmal sind sie lebenswichtig. Denn bei einer sehr stark ausgetrockneten Katze reichen subkutane Infusionen nicht mehr aus, da der ausgetrocknete Körper eine angemessene Flüssigkeitsaufnahme verhindert. Allerdings sind intravenöse Infusionen teuer für Sie und sehr stressig für Ihre Katze, denn dafür muss sie stationär aufgenommen werden. Viele Katzen verweigern in der Tierklinik die Nahrungsaufnahme. Das ist sehr bedenklich bei CNE-Katzen, die normalerweise ohnehin schon sehr dünn sind und unter Appetitmangel leiden. Daher sollten intravenöse Infusionen erst in einer Krisensituation (Zusammenbruch) verabreicht werden.

 

Das Hauptziel subkutaner Infusionen liegt darin, einen ausgewogenen Flüssigkeitshaushalt aufrechtzuerhalten und  eine Austrocknung zu vermeiden. Dadurch sinkt das Risiko eines Zusammenbruchs und damit die Notwendigkeit intravenöser Infusionen.

 

„Subkutane Infusionen sind schmerzhaft"


Sinn und Zweck subkutaner Infusionen ist es, eine Austrocknung zu vermeiden und dadurch zu erreichen, dass Ihre Katze sich wohler fühlt. Eine Austrocknung fühlt sich wie ein schwerer Alkoholkater oder eine Grippe an. Möchten Sie, dass es Ihnen über Wochen ständig schlechter geht, während die Austrocknung immer weiter voranschreitet, um dann aus diesem Grund für intravenöse Infusionen ins Krankenhaus zu gehen? Oder wäre es Ihnen dann nicht doch lieber, zu Hause täglich ungefähr fünf Minuten lang infundiert zu werden, um dadurch überhaupt erst eine Austrocknung zu vermeiden?

 

In der praktischen Umsetzung sind subkutane Infusionen wahrscheinlich schmerzhaft, wenn Sie als Nadel eine dicke „Katzenharpune" benutzen. Sie werden sicherlich auch nicht angenehm sein, wenn Sie dem üblichen Ratschlag der wenigen TÄ in GB folgen, die den Einsatz subkutaner Infusionen erlauben, die aber dann empfehlen, einer Katze an zehn verschiedenen Stellen jeweils 10 ml Infusionsflüssigkeit zu geben statt lieber 100 ml an einer Stelle mit einem einzigen Nadelpieks. Viele Stiche sind nicht nötig: International Cat Care (eine britische Tierschutzorganisation, die Ihr TA ganz sicher kennt, wenn Sie in GB leben) weist darauf hin: „Generell können ungefähr 10 bis 20 ml/kg Flüssigkeit an jeder einzelnen Injektionsstelle verabreicht werden." Daher ist es kein Problem, z.B. einer 5 kg schweren Katze an einer Einstichstelle 100 ml zu verabreichen.

 

Es gibt viele Möglichkeiten, den ganzen Vorgang für Ihre Katze sehr viel angenehmer zu machen. Wenn Sie die Tipps und Techniken dieser Website einsetzen, sollte das keine Schwierigkeiten verursachen. Ich weiß von etlichen Katzen, die sogar selbst zu ihren Menschen kommen, und sie an ihre Infusionen erinnern, wenn diese sich damit verspäten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Katzen Masochisten sind, die sich freiwillig schmerzhafte Erlebnisse wünschen. Daher schließe ich daraus, dass Infusionen für Katzen nicht schmerzhaft sind, wenn sie richtig durchgeführt werden.

 

„Sie helfen nicht“


Das hängt davon ab, was hier mit „nicht helfen" gemeint ist. Sie sind nicht erste Wahl bei Katzen mit Nierensteinen, die eine intravenöse Spülung benötigen. Subkutane Infusionen sind auch ungeeignet für Katzen, die sich in einem schlechten Zustand nach einem Zusammenbruch befinden. In diesem Zustand sind stattdessen intravenöse Infusionen nötig. Sinn und Zweck subkutaner Infusionen ist, den Flüssigkeitshaushalt der Katze so auszugleichen, dass ein Zusammenbruch hoffentlich vermieden werden kann. Die meisten der Katzen aus dem Kapitel Erfolgsgeschichten – einige überlebten Jahre mit CNE – wurden regelmäßig subkutan infundiert.

 

„Sie sind zu teuer“


Das wäre der Fall, wenn Ihr TA Ihnen zu viel für das benötigte Zubehör berechnet. Es gibt aber zwei andere Möglichkeiten: Entweder gibt der TA gibt Ihnen einen Nachlass auf den Preis, oder er stellt Ihnen ein Rezept aus, mit dem Sie die benötigten Dinge günstig online kaufen können.

 

In Deutschland benötigen Sie kein Rezept.

 

"Sie verursachen Infektionen oder Narbengewebe"


In den vergangenen 17 Jahren hörte ich von buchstäblich Tausenden von Katzen, die infundiert wurden. Ich erinnere mich nur an zwei Fälle, in denen eine Infektion auftrat. Der Verlauf war leicht, nur lokal begrenzt und sprach gut auf eine kurze antibiotische Behandlung an.

 

Die Bildung von Narbengewebe ist ein potentielles Risiko. Aber wenn Sie die Infusionsstellen ständig wechseln und sich nicht an die merkwürdige britische Vorgehensweise halten, für 100 ml Flüssigkeit bis zu zehn Nadelstiche täglich zu setzen, besteht nur ein sehr geringes Risiko. Ich kenne Menschen, die über sieben Jahre lang täglich infundierten und keinerlei Probleme mit Narbengewebe hatten.

 

„Ich stimme nur unter der Bedingung zu, dass ein Katheter unter Narkose gesetzt wird“


Einige TÄ sind von der Schmerzhaftigkeit von Infusionen so überzeugt, dass sie nur zustimmen, wenn die Katze einen Flüssigkeitszugang bekommt. Informationen darüber finden Sie hier. Aber neben der Narkose haben sie noch eine Reihe anderer Nachteile: Das Einsetzen und die Pflege sind teuer, sie können die Katze irritieren, sie sind anfällig für Infektionen und fallen oft aus. Es ist auch nicht wirklich möglich, einer Katze mit Katheter Freigang zu gewähren. Und wenn Ihre Katze mit Thomas vergleichbar ist, würde sie das eines ihrer Hauptvergnügen berauben. Ich kann nicht verstehen, warum für einige TÄ diese ungeheuer invasive Maßnahme ernsthaft eine annehmbare Alternative zu Infusionen mit einer Nadel sind. Ist eine fünfminütige tägliche Behandlung mit einer Infusionsnadel nicht die bessere Wahl verglichen mit einem implantierten dauerhaften Fremdkörper, der aus Ihrer Katze heraussteht?

 

„Ihre Katze benötigt keine Flüssigkeit“


Ist Ihre Katze zusammengebrochen und bekommt aus einem bestimmten Grund intravenöse Infusionen, z.B. wegen eines Nierensteins oder um eine Infektion zu behandeln, kann es sein, dass sie – wenn diese Krise überstanden ist – keine weitere subkutane Infusionsbehandlung mehr braucht. Ähnlich wie eine Katze mit akutem Nierenversagen, die sich auch wieder völlig erholen kann und dann keine subkutanen Infusionen mehr benötigt. Die meisten Katzen mit einem Kreatininwert im IRIS Stadium 3, deren Kreatininwert ständig über 3,5 bis 4,0 mg/dl (USA) oder 300 bis 350 µmol/l (International) liegt, benötigen subkutane Infusionen, um ausreichend hydriert zu bleiben.

 

„Sie sind ungeeignet für Ihre Katze“


Das kann richtig sein. Sie sind nicht die beste Wahl für Katzen mit Nierensteinen, die intravenöse Infusionen benötigen. Allerdings können anschließend subkutane Infusionen erforderlich sein. Auch für Katzen nach einem Zusammenbruch ist die intravenöse Flüssigkeitstherapie besser geeignet. Subkutane Infusionen sind keine ungefährliche Behandlungsmethode, denn sie können für Katzen mit zusätzlichen Herzerkrankungen riskant sein. Unten sehen Sie, wann subkutane Infusionen nicht angebracht sind.

 

„Ihre Katze könnte das nicht verkraften“ oder „Sie werden die Beziehung zu Ihrer Katze zerstören“


Ihr TA hat Recht, Sie müssen natürlich auch die Persönlichkeit Ihrer Katze mit ins Kalkül ziehen. Einige Katzen kommen tatsächlich nicht mit Infusionen klar. Die meisten haben aber kein Problem damit. Bevor Sie es nicht ausprobiert haben, können Sie das nicht wissen.

 

„Vertrauen Sie nicht auf das, was Sie im Internet lesen“


Da hat Ihr TA völlig Recht. Es gibt einige furchtbare Webseiten da draußen. Ich gebe mir alle Mühe, meine so akkurat wie möglich zu halten. Aber ich bin kein TA, daher kann es sein, dass Ihr TA skeptisch bleibt. In diesem Fall könnte es hilfreich sein, wenn Sie Ihrem TA einige Veterinärseiten zu diesem Thema zeigen (siehe unten).

 


Wie Sie Ihren TA überzeugen können, mit Ihnen zusammenzuarbeiten


 

Die gute Nachricht: Es ist nicht völlig hoffnungslos. Jedes Jahr erzählen mir Menschen von ihren TÄ, die anfangs nur widerstrebend einem Versuch mit subkutanen Infusionen zustimmten und heute völlig überzeugt davon sind, nachdem sie sahen, wie hilfreich sie sind.

 

Ist Ihr TA skeptisch gegenüber der Idee, wie können Sie ihn überzeugen, Ihnen ein Versuch zu erlauben? In manchen Fällen, siehe unten, sind Infusionen ungeeignet. Versuchen Sie also zuerst herauszufinden, ob Ihr TA nicht tatsächlich gerechtfertigte Bedenken und Gründe hat.

 

Als nächstes müssen Sie dann verhandeln. Das ist ein erschreckendes Wort, aber in Wirklichkeit verlangt es nur ein wenig Entschlossenheit, etwas Übung, und das Hauptziel nicht aus den Augen zu verlieren: Jeder möchte das Bestmögliche erreichen. Bei Verhandlungen läuft es in der Regel so, dass am Ende immer einer glücklicher ist als der andere. Und in diesem Fall müssen das Sie sein. Das ist völlig in Ordnung, denn Sie haben hier viel mehr zu verlieren. Vielleicht fühlt sich Ihr TA durch Ihre Forderungen etwas in die Ecke gedrängt, aber Sie werden mit dem Verlust Ihrer geliebten Katze konfrontiert. Hier geht es nicht wirklich um einen Wettbewerb, nicht wahr? Es gibt nicht viel, was Sie Ihrem TA im Ausgleich für die Erlaubnis subkutaner Infusionen anbieten können. Aber Sie können ihm versichern, dass Sie von ganzem Herzen nur das Beste für Ihre Katze wollen und vorschlagen, es über einen gewissen Zeitraum zu versuchen (sagen wir vier bis sechs Wochen). Vielleicht stimmt Ihr TA diesem Kompromiss zu.

 

Bitte seien Sie nicht unhöflich gegenüber Ihrem TA. Er hat eine umfangreiche Ausbildung und Erfahrung, das sollte nicht einfach vom Tisch gewischt werden. Sie wollen Ihren TA nicht belehren, wie er seine Arbeit zu machen hat. Ihr TA befasst sich jedoch täglich mit vielen verschiedenen Tierarten und vielen verschiedenen Krankheiten, daher kann nicht einfach vorausgesetzt werden, dass er/sie ständig über die neuesten Entwicklungen bei jeder Krankheit und jeder Tierart auf dem Laufenden ist. Sie befinden sich da in einer weitaus besseren Position, um ausgiebige Recherchen zu betreiben. Sie investieren all Ihre Energie in ein geliebtes Familienmitglied, Ihre Katze, mit einer ganz bestimmten Krankheit, daher fragen Sie, verlangen Sie nicht. Erklären Sie, dass Sie gerne Partner sein möchten bei der Behandlung Ihrer Katze. Versuchen Sie, es Ihrem TA leicht zu machen. Ordnen Sie Ihre Gedanken, recherchieren Sie, um Ihre Bitte (siehe unten) zu untermauern. Die meisten TÄ, die sich ihrer Fähigkeiten sicher sind, werden vielleicht immer noch denken, dass Sie irregeleitet sind, aber die Möglichkeit nutzen, um mit Ihnen darüber zu sprechen und zu verhandeln. Weniger Sichere könnten sich aber herausgefordert fühlen.

 


Dinge, die Sie mit Ihrem TA besprechen sollten


Vorausgesetzt, es gibt keinen echten Grund, Ihre Katze nicht zu infundieren, sind hier einige Argumente die Sie einsetzen können:

  1. Machen Sie Ihrem TA klar, dass Ihnen das Wohlbefinden Ihrer Katze sehr am Herzen liegt, und Sie Ihre Aufgaben wahrnehmen möchten und aktiv an der Behandlung Ihrer Katze beteiligt sein wollen. Meine TÄ erwähnte, dass ihrer Erfahrung nach nur die wenigsten Menschen bereit sind, alles erdenklich Mögliche für ihre Katze zu tun. Also stellen Sie sicher, dass Ihr TA weiß, dass Sie so ein Mensch sind.

  1. Ich glaube, es half, meine TÄ von subkutanen Infusionen zu Hause zu überzeugen, als ich ihr erklärte, dass ich weiß, dass wir Thomas vielleicht nicht retten können. Aber dass es mir persönlich sehr helfen würde zu wissen, dass ich alles in meiner Macht liegende für ihn getan habe.

  1. Wenn Ihr TA glaubt, subkutane Infusionen werden Ihrer Katze nicht helfen, aber zugleich zugibt, dass sie ihr auch nicht schaden, fragen Sie, ob Sie es nicht über einen bestimmten Zeitraum ausprobieren können, ca. vier bis sechs Wochen, damit Sie beide sehen können, ob es Ihrer Katze tatsächlich hilft? Es ist Ihre Zeit und Ihr Geld, die eingesetzt werden. Ihr TA hat basierend darauf also keinen echten Grund für eine Ablehnung.

  1. Wenn Ihr TA glaubt, subkutane Infusionen sind zu invasiv, fragen Sie, ob er es auch ablehnt, wenn Kunden ihren Katzen Insulin spritzen. Falls nicht, fragen Sie höflich, worin denn jetzt der tatsächliche Unterschied besteht zwischen einer zweimal täglichen Insulinspritze und regelmäßigen subkutanen Infusionen.

  1. Meint Ihr TA, subkutane Infusionen sind schmerzhaft, fragen Sie, worauf diese Annahme basiert. Meine TÄ stimmte zu, dass ich infundiere, obwohl sie davon ausgeht, dass das Gefühl der unter die Haut fließenden Flüssigkeit etwas merkwürdig sein kann. Aber sie dachte nicht, dass es schmerzhaft ist. Leider glauben viele TÄ in GB tatsächlich, regelmäßige Infusionen sind schmerzhaft und stressig, nicht zuletzt deshalb, weil nur wenige TÄ Erfahrung mit subkutanen Infusionen auf einer regelmäßigen Basis zu Hause haben. Sehen Sie sich Cookie (links) an – sieht er aus, als hätte er Schmerzen? Sieht er traumatisiert aus? Mein Thomas wehrte sich gar nicht dagegen, er schrie nicht, saß einfach nur ganz ruhig da. Und nach weniger als fünf Minuten war alles vorbei. Sie können das auf den Fotos im Kapitel Wie man subkutane Infusionen verabreicht: per Spritze sehen. Und hier finden Sie einige hervorragende Fotos von Shelly's cats (klicken Sie auf „We Love Kitty Stickems" falls notwendig) die völlig problemlos infundiert werden.

  1. Einige TÄ glauben, subkutane Infusionen sind wegen der vielen Einstiche schmerzhaft. Aber wenn Sie nach unserer Methode infundieren oder mit einem Infusionsset, wie es die meisten Amerikaner machen, stechen Sie Ihre Katze immer nur einmal pro Sitzung. Außerdem ist es sehr wichtig, dass Sie Terumonadeln benutzen: Sie sind unglaublich scharf und gleiten sanft durch das Fell, es gibt keine vergleichbaren anderen Nadeln. Im Kapitel Tipps zur Verabreichung subkutaner Flüssigkeiten finden Sie weitere Informationen über Terumos.

  1. Falls Ihr TA meint, regelmäßige Infusionen könnten Ihre Katze zu sehr stressen, betonen Sie, dass Ihre Katze im Ausgleich für lediglich zehn Minuten täglicher Behandlung dafür eine sehr viel höhere Lebensqualität während der verbleibenden 23 Stunden und 50 Minuten bleibt. Hätte ich tatsächlich geglaubt, Thomas mit den Infusionen zu stressen, bezweifle ich, dass ich die Kraft aufgebracht hätte, sie ihm täglich zu geben. Aber das war schlichtweg nicht der Fall. Sehen Sie sich die Fotos von Thomas im Kapitel Wie man subkutane Infusionen verabreicht: die Spritzenmethode an, wie er seine Flüssigkeiten bekommt oder Purr Box im Kapitel Wie man subkutane Infusionen verabreicht: das Infusionsset. Sie können deutlich sehen, dass beide in keinster Weise gestresst waren.


Tierärztliche Fachlinks, die subkutane Infusionen empfehlen


 

Nachdem ich Laie bin und das Internet voll mit unzuverlässigen, ungeeigneten Ratschlägen ist, ist Ihr TA vielleicht skeptisch, wenn Sie diese Website zitieren. Das kann ich verstehen. In diesem Fall kann es hilfreich sein, wenn Sie Ihrem TA einige tierärztliche Links zur Verfügung stellen, in denen die Grundgedanken und Erfahrungen mit subkutanen Infusionen aus den USA dargelegt werden. Leider gibt es keine Studien per se darüber. Der Grund: In den USA ist es eine so selbstverständliche Routinebehandlung, dass es dort sogar als unethisch gelten würde, einer Kontrollgruppe in einer Studie die Infusionen zu versagen.

 

Drucken Sie einige dieser Webseiten aus. Die beiden ersten Informationsseiten sind sogar von britischen Fachtierärzten. Wenn sie subkutane Infusionen in einigen Fällen befürworten, warum sollte Ihr TA das nicht tun?

 

ISFM consensus guidelines on the diagnosis and management of feline chronic kidney disease (2016) Sparkes A. H., Caney S., Chalhoub S., Elliott J., Finch N., Gajanayake I., Langston C., Lefebvre H., White J. & Quimby J., Journal of Feline Medicine & Surgery 18 pp219-239 schreiben: „Eine wiederholte subkutane Infusionstherapie (75 bis 150 ml alle 1 bis 3 Tage) kann auf ambulanter Basis oder von den Besitzern zu Hause durchgeführt werden, um den Flüssigkeitshaushalt zu erhalten.“

 

International Cat Care ist eine britische Katzenschutzorganisation, die feststellt „das ist ein sehr nützlicher Weg, um Katzen mit zusätzlichen Flüssigkeiten zu versorgen, und es hilft, eine Austrocknung zu verhindern.“

 

Cornell University College of Veterinary Medicine zeigt ein Video, wie man Infusionen verabreicht und betont: „Das könnte DIE wichtigste Behandlung sein, die Sie zu Hause durchführen können, um Ihrer Katze zu helfen."

 

Chronic renal failure in the cat (2006) Sparkes A, H., Vortrag auf dem World Small Animal Veterinary Association World Congress erwähnt darin subkutane Infusionen zu Hause.

 

Long Beach Animal Hospital erklärt, wie sie ihren Kunden routinemäßig beibringen, wie man subkutane Infusionen zu Hause verabreichen kann (klicken Sie auf „Home Administration).

 

Vetinfo for cats – Dr. Mike Richards erklärt, dass die Mehrzahl der Katzen seiner Kunden ein bis drei Jahre überleben nachdem mit der Infusionstherapie zu Hause begonnen wurde. Der Rekord liegt bei acht Jahren. Klicken Sie auf „Kidney Failure: Daily Fluid Treatment".

 

Management of chronic renal failure: beyond the can (2001) in einem Vortrag auf dem Atlantic Coast Veterinary Conference 2001, stellt Melissa Wallace fest, wenn ein Patient „Probleme aufgrund einer Polyurie hat, seinen Hydratationsstatus zu halten, sind ständige regelmäßige subkutane Infusionen sehr hilfreich, insbesondere bei Katzen".

 

Sub-Q Testimonials stellt Aussagen einer Reihe von Menschen vor, die bestätigen, wie erfolgreich die Behandlungsmethode mit subkutanen Infusionen bei ihren Katzen war. Drucken Sie das aus, und zeigen Sie es Ihrem TA falls nötig. Das unterstreicht, dass es eine Standardbehandlung in den USA und Kanada ist. 

 

Kleintiermedizin erwähnt in ihrem Artikel über CNE auf Seite 2: „Reicht die zusätzliche Zufuhr von Wasser über das Futter nicht mehr aus, kann auf subkutane Infusion umgestiegen werden." 


Falls alles fehlschlägt


 

Wenn Sie in GB leben und die Unterstützung Ihres TA nicht gewinnen können, sollten Sie über einen TA-Wechsel nachdenken. Der Zeitpunkt ist zwar nicht ideal, während Ihre Katze krank ist, es ist auch nicht leicht, in GB einen TA zu finden, der subkutane Infusionen zulässt. Viele TÄ zögern auch, die Kunden eines anderen TA anzunehmen. Wenn Sie aber Glück haben und einen anderen TA finden, machen Sie keine negativen Bemerkungen über den vorherigen, sondern konzentrieren Sie sich darauf, Fortschritte zu machen und eine gute Beziehung zu dem neuen TA aufzubauen.

 

Wenn Sie einen neuen TA suchen, habe ich eine Liste mit TÄ, die die Behandlung erlauben, leider ist sie nur sehr kurz. Daher ist die Chance, dass einer davon in Ihrer Nähe ist, ziemlich klein. Ich empfehle Ihnen daher, dass Sie Mitglied in der  Tanya's CKD Support Group werden und dort fragen, ob irgendjemand einen TA in Ihrer Nähe empfehlen kann. Ich lese alle Mails, die an die Gruppe gerichtet werden. Und ich oder einer der Gruppenmoderatoren wird Sie dann privat kontaktieren, wenn es einen TA in Ihrer Nähe gibt.

 

Wenn Sie in einer abgelegenen Gegend mit einer beschränkten Auswahl an TÄ leben, oder wenn Sie nicht sehr mobil sind, fragen Sie Ihren TA stattdessen nach dem Einsatz oraler Flüssigkeiten. Sie reichen wahrscheinlich nicht aus bei Katzen mit mittlerer CNE, aber sie könnten etwas helfen.


Wann subkutane Infusionen nicht angebracht sind


 

Subkutane Infusionen sind nicht immer geeignet, tatsächlich können sie unter gewissen Umständen mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen. Geben Sie Ihrer Katze KEINE Infusionen, wenn:

  1. Ihre Katze so stark dehydriert ist, dass Ihr Tierarzt intravenöse Infusionen (IV) für die geeignetere Methode hält. Unter bestimmten Umständen ist IV die einzig richtige Behandlungsmethode. Falls Ihre Katze sehr hohe Blutwerte hat (Kreatininwert über 650 µmol/L international oder 7 mg/dl USA), profitiert sie anfangs mehr von IV Infusionen, und und erhält bei Bedarf anschließend zu Hause subkutane Infusionen.

  1. Ihre Katze herzkrank ist. Eine Flüssigkeitstherapie ist trotzdem möglich, jedoch muss Ihr Tierarzt entscheiden, ob sie für Ihre Katze geeignet ist und Mengen und Häufigkeit der Infusionen festlegen.

  1. Ihr Tierarzt diese Behandlung aus anderen medizinischen Gründen ablehnt.

  1. Die Flüssigkeit von der letzten Gabe noch nicht absorbiert wurde.

  1. Ihre Katze überhydriert ist. Manchmal ist das offensichtlich, oder Ihre Katze fühlt sich „matschig“ an, wie eine mit Wasser gefüllte Plastiktüte. Das kann passieren, wenn zusammen mit der Infusionsflüssigkeit etwas Luft unter die Haut kommt. Normalerweise ist das kein Problem. Passiert es aber häufig oder ständig, benötigt Ihre Katze möglicherweise eine geringere Menge. Andere Symptome einer Überhydratation können eine plötzliche Gewichtszunahme, Husten oder Nasenausfluss sein. Mehr Informationen dazu bekommen Sie im Kapitel Symptome. Eine Überhydratation kann mit einer Herzerkrankung zusammenhängen; aber im Gegensatz zur Behauptung einiger TÄ, kann es auch bei einer Katze mit einem vollkommen gesunden Herz auftreten. Es ist empfehlenswert, Ihre Katze regelmäßig zu wiegen, denn eine plötzliche oder ständige Gewichtszunahme kann ein frühes Warnsignal für ein auftretendes Problem sein.

  1. Die zusätzliche Flüssigkeit selbst ist aber auch eine zusätzliche Belastung der Niere und  kann die CNE beschleunigen. Außerdem können dadurch wichtige Elektrolyte ausgespült werden. Hinzu kommt, dass die Verabreichung von Infusionen, die nicht benötigt werden, auch den Blutdruck erhöhen können. Daher ist es am besten, nicht mit Sub-Qs zu beginnen, solange deren Nachteile die Vorteile überwiegen. Dr. Katherine James vom Veterinary Information Network glaubt, die meisten CNE-Katzen profitieren von subkutanen Infusionen, wenn ihr Kreatinin beständig höher als 300-350 µmol/L (US: 3.5-4 mg/dl) ist. Glaubt Ihr Tierarzt, die Krankheit Ihrer Katze hat dieses Stadium noch nicht erreicht, ist es vielleicht sicherer, zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu infundieren.

  1. Meine TÄ stimmte u.a. auch deshalb Infusionen zu, weil sie fand, Thomas würde dadurch nicht zu sehr gestresst. Sie und Ihr TA müssen bei der Entscheidung, ob Sie diesen Weg gehen wollen, auch die Persönlichkeit Ihrer Katze berücksichtigen. Aber gehen Sie nicht gleich davon aus, dass Ihre Katze es sich nicht gefallen lassen würde, denn viele Katzen, die es normalerweise hassen, irgendwelche Medikamente verabreicht zu bekommen, tolerieren subkutane Infusionen, weil sie sich danach soviel besser fühlen. Daher schlage ich vor, dass Sie es zumindest einige Wochen lang versuchen.

  1. Viele Katzen wirken glücklicher (sie sind aktiver und wacher und mit besserem Appetit) nach subkutanen Infusionen. Einige jedoch sind danach ungefähr eine Stunde lethargisch. Das ist vermutlich nichts, worüber Sie sich beunruhigen sollten. Kommt es häufiger vor, ist es möglich, dass Ihre Katze die Flüssigkeitszufuhr nicht gut verarbeiten kann. Ich würde daher empfehlen, dass Sie Ihren TA bitten, die Katze auf ein mögliches Herzleiden zu untersuchen oder auf einen Flüssigkeitsrückstau.


Meine Erfahrungen


 

Als mein Thomas im Dezember das erste Mal zusammenbrach, lag sein Harnstoffspiegel bei 46 µmol/L (BUN 241 mg/dl). Er verbrachte vier Tage an intravenösen Infusionen und kam erst Heiligabend nach Hause. Meine TÄ stimmte widerstrebend subkutanen Infusionen zu Hause zu, und ich sollte damit am Zweiten Weihnachtsfeiertag beginnen. Aber ich bekam eine echte, schwere Grippe, musste fast eine Woche lang das Bett hüten und war unfähig, sie ihm zu geben. Als Ergebnis brach Thomas Anfang Januar erneut zusammen. Ich bat meine TÄ, ihn wieder an intravenöse Infusionen anzuschließen. Sie sah mir in die Augen und fragte: „Wie oft wollen Sie das noch von mir verlangen?" Ich antwortete, so oft es nötig sei. Aber es war offensichtlich, dass das nicht jede Woche wiederholt werden konnte. Ich hoffte, die subkutanen Infusionen würden die Lösung sein. Thomas stabilisierte sich erneut durch die intravenösen Infusionen, und wir fingen mit den täglichen subkutanen Infusionen an. Er brauchte nie wieder intravenöse Infusionen und erlitt keinen weiteren Zusammenbruch mehr bis zu seinem Ende sieben Monate später. Hier können Sie Thomas‘ ganze Geschichte lesen.

 

Im März ging es Thomas ausgezeichnet. Meine TÄ sah deutlich, wie effektiv die Flüssigkeitstherapie war, und sagte mir das auch. Sie meinte, damals im Dezember, bei Thomas erstem Zusammenbruch, dachte die ganze Praxis „Sie seien, mhm, v.." und ich sagte „verrückt"?. Daraufhin lachte sie und sagte, „nein, fehlgeleitet". Ganz offensichtlich glaubte jeder einzelne Angestellte der Praxis, dass es eine Verschwendung von Zeit und Mühe sei. Sie stimmte einem Versuch nur zu, weil sie der Meinung war, es würde Thomas nicht schaden und könnte ihm helfen, sich besser zu fühlen. Ich glaube, ich tat ihr auch leid, und sie stimmte sowohl für mich als auch für Thomas zu. Sie wusste, ich würde mich besser fühlen, wenn ich alles versuchte was möglich ist.

 

Gott sei Dank, habe ich eine aufgeschlossene TÄ! Es half sicher auch, dass meine TÄ mich gut kannte. Ich hatte früher eine Katze von ihr adoptiert, die sie gerettet hatte. Sie wusste, ich würde Himmel und Erde bewegen, um meinen Katzen zu helfen. Aber selbst wenn Sie zu einer anderen Praxis wechseln müssen, nehmen Sie sich ein Herz. Sie müssen einen TA finden, der Sie partnerschaftlich bei der Pflege Ihrer Katze begleitet und nicht bevormundet. Es gibt sie, glauben Sie mir. Sie müssen nur einen finden. 

 


Wenn Ihr TA zustimmt


 

Großartige Neuigkeiten! Ich führe eine Liste britischer TÄ, die subkutane Infusionen erlauben. Ist Ihr TA in GB, bitte schicken Sie mir seine Adresse, damit ich in diese Liste aufnehmen kann. Die Liste ist privat, denn einige dieser TÄ möchten nicht ihre Daten im Internet veröffentlicht haben, daher stelle ich sie nicht offen auf die Webseite.

 

Einige TÄ erlauben den Versuch mit subkutanen Infusionen, haben aber nicht viel Erfahrung und können Ihnen daher auch nicht die passende Ausstattung oder richtige Technik zeigen. Treten dann Probleme auf, hören Sie möglicherweise „ich habe es Ihnen doch gesagt" statt Ihnen dabei zu helfen, eine bessere Ausstattung zu finden oder Ihre Technik zu verbessern. Stimmt Ihr TA zu, lesen Sie alle Kapitel zum Thema Infusionstherapie, insbesondere das Kapitel Subkutane Infusionen Tipps, um zu lernen, wie es am leichtesten für Sie und Ihre Katze wird.

 


Ein letzter Gedanke...


 

Meine TÄ bietet jetzt, wenn sie angebracht sind, auch anderen Patienten die Möglichkeit subkutaner Infusionen an. Eine interessante Beobachtung: Niemand nahm bisher Ihr Angebot an! Das macht mir klar, dass es manchmal nicht nur die Einstellung der TÄ ist, sondern auch die des typischen Kunden. Er ist zwar bereit, die eine oder andere Tablette zu geben, aber das war es dann auch schon.

 

Aber Sie sind nicht dieser typische Kunde. Sie werden dafür kämpfen, subkutane Infusionen verabreichen zu können. Es könnte das Leben Ihrer Katze retten. Aber was auch immer passiert, wie viel Zeit Ihrer Katze noch bleibt, es wird sicher ganz erheblich zum Wohlbefinden Ihrer Katze beitragen. Außerdem tragen Sie dadurch dazu bei, dass sich allmählich eine Veränderung der Einstellung zu diesem Thema durchsetzen wird, und das wird einen erheblichen Unterschied für das Leben vieler anderer Katzen ausmachen.

 

Viel Glück!

 

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Diese Seite zuletzt überarbeitet: 12. Mai 2017

Die Links auf dieser Seite wurden zuletzt überprüft: 12. Mai 2017

 

   

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DIE BEHANDLUNG IHRER KATZE OHNE TIERÄRZTLICHE UNTERSTÜTZUNG KANN EXTREM GEFÄHRLICH SEIN.

 

Ich habe mich sehr bemüht sicherzustellen, dass alle Informationen auf dieser Website richtig sind. Aber ich bin KEIN Tierarzt, nur eine ganz normale Person, die mit drei ihrer Katzen chronische Nierenerkrankungen durchlebt hat.

Diese Website dient nur Informationszwecken und nicht dazu, Diagnosen zu erstellen oder eine Katze zu behandeln. Bevor Sie irgendeine der hier beschriebenen Behandlungsmaßnahmen ausprobieren, MÜSSEN Sie einen Tierarzt aufsuchen und sich professionellen Rat für die richtige Behandlung Ihrer Katze holen und ihre individuellen Anforderungen. Sie sollten auch keine der hier beschriebenen Behandlungsarten ohne Kenntnis und Zustimmung Ihres TA einsetzen.

 

Wenn Ihre Katze Schmerzen zu haben scheint, oder es ihr nicht gut geht, dann verschwenden Sie bitte keine Zeit im Internet, sondern suchen Sie sofort Ihren TA auf.

 

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